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Welche Steuerklasse ist die günstigste für mich?

Wahl der günstigsten Steuerklasse

Die Steuerklasse entscheidet vor allem darüber, wie hoch die Lohnsteuer ausfällt, die ein Arbeitgeber jeden Monat vom Bruttoarbeitslohn seines Arbeitnehmers einbehält und ans Finanzamt überweist. Grundsätzlich können Arbeitnehmer in sechs verschiedene Steuerklassen eingeordnet werden. Wie sich die Steuerklassen unterscheiden, wann ein Arbeitnehmer die Wahl hat und mit welcher Steuerklasse Du am besten fährst, erfährst du hier.

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Die Wahl der Steuerklasse bestimmt zwar, wie hoch die monatliche Lohnsteuer ausfällt, die der Arbeitgeber vom Arbeitslohn eines Arbeitgebers einbehält und ans Finanzamt abführt. Aber: Abgerechnet wird zum Schluss. Das heißt: Wie hoch die Steuerbelastung für ein Steuerjahr tatsächlich ausfällt, entscheiden die Angaben, die ein Arbeitnehmer in seiner Steuererklärung für dieses Jahr macht (z.B. individuelle Freibeträge, außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben etc.). Mit anderen Worten: Selbst wenn Du dich – zum Beispiel als Ehepaar – für eine ungünstige Steuerklassenkombination entscheidest, kannst Du dies problemlos in Deiner Einkommensteuererklärung korrigieren und eventuell zu viel gezahlte Steuern zurückholen. Du hast dem Finanzamt dann lediglich einen zinslosen Kredit gewährt. Wenn Du allerdings keine Steuererklärung abgibst, behält das Finanzamt die zu viel entrichtete Lohnsteuer schlicht ein.

Diese Steuerklassen gibt es

Ein Arbeitnehmer kann grundsätzlich in sechs verschiedene Steuerklassen eingeordnet werden – abhängig von Familienstand und Art der Beschäftigung (z.B. Erst- oder Zweitanstellung). Welche Steuerklasse bei der Ermittlung der monatlichen Lohnsteuer angewendet wird, bestimmst Du als Arbeitnehmer durch die Angaben, die Du dem Finanzamt zur elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen machst. Das Wichtigste zu den einzelnen Steuerklassen haben wir für Dich aufbereitet.

Steuerklasse I: Ledige und Verheiratete ohne Zusammenveranlagung

Steuerklasse I kommt für ledige, verwitwete und geschiedene Arbeitnehmer in Betracht, oder auch für Arbeitnehmer, die sich bereits vor dem 1.1. des laufenden Jahres von ihrem Ehegatten getrennt haben und die Voraussetzungen für die Zusammenveranlagung nicht mehr erfüllen.

Steuerklasse II: Alleinerziehende

Alleinerziehende können in ihren Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) die Steuerklasse II beantragen. Bei dieser Steuerklasse wird die Lohnsteuer wie in Steuerklasse I ermittelt. Die monatliche Lohnsteuer fällt jedoch geringer aus, weil dem Arbeitnehmer bei Steuerklasse II ein Entlastungsbetrag in Höhe von 1.908 EUR und für jedes weitere Kind in Höhe von jeweils 240 EUR gewährt wird. Als alleinerziehend ordnet das Finanzamt einen Arbeitnehmer dann ein, wenn er mit einem Kind, für das er noch Kindergeld bezieht, gemeinsam in einem Haushalt lebt, und keine weitere volljährige Person dort wohnt.

Steuerklassen-Kombinationen für Eheleute und Lebenspartner

Verheiratete und gleichgeschlechtliche Arbeitnehmer einer eingetragenen Lebenspartnerschaft haben die Wahl zwischen den drei folgenden Steuerklassen-Kombinationen: 

Steuerklassen-Kombination IV/IV: Bei dieser Steuerklassen-Kombination wird während des Jahres nur dann die „richtige“ Lohnsteuer einbehalten, wenn beide Ehegatten/Lebenspartner genau gleich viel verdienen. Verdient ein Ehegatte/Lebenspartner deutlich mehr als der andere, führt die Steuerklassen-Kombi IV/IV dazu, dass zu viel Lohnsteuer während des Jahres einbehalten wird. Dennoch bekommt ihr die zu viel gezahlten Steuern wieder erstattet, wenn ihr eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreicht. Für Ehegatten/Lebenspartner, die Steuerklassen-Kombi IV/IV wählen und keine weiteren Einkünfte beziehen, besteht keine Verpflichtung zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung, da das Finanzamt hier niemals zu wenig Lohnsteuer erhält – und genau deshalb solltet ihr am Jahresende eine Steuererklärung einreichen.

Steuerklassen-Kombination III/V: Die „richtige“ Lohnsteuer wird bei Ehegatten/Lebenspartnern mit Steuerklassen-Kombi III/V während des Jahres einbehalten, wenn ein Partner mindestens 60% des gemeinsamen Bruttogehalts bezieht. Der Partner, der mehr verdient, wählt Steuerklasse III (mit geringeren Lohnsteuerabzügen), der Partner mit dem geringeren Verdienst Steuerklasse V (mit deutlich höheren Lohnsteuerabzügen). Wählen Ehegatten/Lebenspartner diese Steuerklassen-Kombination, müssen sie für das betreffende Jahr zwingend eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen (Pflichtveranlagung). Der Grund: Das Finanzamt befürchtet, dass andernfalls zu wenig Lohnsteuer entrichtet worden sein könnte.

Steuerklassen-Kombination IV-Faktor/IV-Faktor: Ehegatten/Lebenspartner können anstatt der Steuerklassen III/V aber auch die Steuerklassen-Kombination IV-Faktor/IV-Faktor wählen. Hier wird die Lohnsteuer während des Jahres gerecht auf beide Partner verteilt. Das hat den Effekt, dass jeder beim Blick auf den monatlichen Lohnzettel sieht, wie viel er tatsächlich netto verdient. Das ist der wesentliche Unterschied zur Steuerklassen-Kombination III/V. Auch bei der Steuerklassen-Kombination IV-Faktor/IV-Faktor verlangt das Finanzamt am Jahresende eine Einkommensteuererklärung.

Steuerklasse VI: Arbeitnehmer mit mehr als einem Arbeitsverhältniss

Für Arbeitnehmer, die ein weiteres Arbeitsverhältnis haben, behält der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach der Steuerklasse VI ein. Bei dieser Steuerklasse behält der Arbeitgeber die höchste Lohnsteuer ein. Im ELStAM-Verfahren wird dem jeweiligen Arbeitgeber mitgeteilt, ob es sich um das Hauptarbeitsverhältnis (Steuerklassen I bis V möglich) oder um ein weiteres Arbeitsverhältnis (Steuerklasse VI) handelt.

So wechselt Du die Steuerklasse

Einen Steuerklassenwechsel musst Du als Arbeitnehmer beim Finanzamt beantragen. Eine rückwirkende Änderung der Steuerklasse im gleichen Jahr ist nicht möglich. Die neue Steuerklasse gilt erst ab dem Monat nach Antragstellung. Der Arbeitgeber erfährt von der neuen Steuerklasse automatisch, wenn er die aktuellen ELStAM des Arbeitnehmers beim Finanzamt abruft.

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