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Leseranfrage: Eigene Rentenversicherungsbeiträge für Minijobber steuerlich abziehbar?

Eigene Rentenversicherungsbeiträge für Minijobber steuerlich abziehbar?

Angaben in der Einkommensteuererklärung zu Eigenbeiträgen zur Rentenversicherung eines Minijobbers können eine höhere Steuerbelastung auslösen. Kurios aber leider wahr!

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Ein Leser ist verwirrt. Er war 2017 neben seinem Vollzeitberuf als Minijobber auf 450-Euro-Basis tätig. Die eigenen Beiträge zur Rentenversicherung aus diesem Minijob in Höhe von 211 Euro machte er als Sonderausgaben geltend. Wie im Steuerformular „Vorsorgeaufwand“ vorgesehen, trug er dann auch den Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung aus dem Minijob ein. Die steuerliche Konsequenz: Ein geringerer Sonderausgabenabzug und damit eine höhere Steuerbelastung? Kann das sein?

Das passiert tatsächlich, wenn man seine Beitragszahlungen zur Rentenversicherung aus einem Minijob in der Einkommensteuererklärung 2017 bei den Sonderausgaben einträgt. Schuld ist eine komplizierte Berechnung, die das Finanzamt im Hintergrund bei Ermittlung des Sonderausgabenabzugs für Rentenversicherungsbeiträge laufen lässt.

Beispiel

Frauke Müller war 2017  hauptberuflich Bauzeichnerin und nebenberuflich als Minijobberin als Servicekraft in einem Restaurant auf 450-Euro-Basis tätig (5.400 Euro pro Jahr). Gibt sie in der Einkommensteuererklärung 2017 die eigenen Beiträge zur Rentenversicherung im Minijob und die Beiträge von Minijob-Arbeitgeber an, hat das folgende steuerlichen Konsequenzen für den Sonderausgabenabzug:

 

 

Ohne Angaben zum Minijob

Mit Angaben zum Minijob

 

Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung aus Hauptberuf

3.600 Euro

3.600 Euro

+

Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung aus Hauptberuf

3.600 Euro

3.600 Euro

+

Beiträge von Frauke Müller zur gesetzlichen Rentenversicherung aus Minijob (3,9% von 5.400 Euro)

0 Euro

211 Euro

+

Beiträge vom Minijob-Arbeitgeber zur gesetzlichen Rentenversicherung aus Minijob (15% von 5.400 Euro)

0 Euro

810 Euro

=

Gesamte Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung

7.200 Euro

8.221 Euro

 

Abziehbar als Sonderausgaben 2017 mit maximal 78%

5.616 Euro

6.412 Euro

-

Knackpunkt: Beiträge der Arbeitgeber zur gesetzlichen Rentenversicherung (inkl. Beiträge des Minijob-Arbeitgebers)

-3.600 Euro

-4.410 Euro

=

Sonderausgabenabzug für Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung 2017

2.016 Euro

2.002 Euro

Diese um 14 Euro geringen Sonderausgaben bei der Minijob-Variante können tatsächlich einen Sprung der Einkommensteuertabelle bewirken und damit eine höhere Steuerbelastung auslösen. Sollte dieser Effekt auch bei Dir eintreten, lass Dir Deine eigenen Beitragszahlungen sowie die Beiträge des Minijob-Arbeitgebers aus der Einkommensteuererklärung heraus. Das ist erlaubt. In der Anleitung zum Steuerformular Vorsorgeaufwand heißt es, dass die Beiträge eingetragen werden „können“, aber nicht „müssen“.

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