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Zuzahlungen zu Arzneimitteln steuerlich absetzbar?

Zuzahlungen zu Arzneimitteln steuerlich absetzbar

Der Abzug außergewöhnlicher Belastungen scheitert oftmals an der zumutbaren Eigenbelastung, die das Finanzamt für jeden Steuerzahler ermittelt.

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Zumutbare Eigenbelastung bei Zuzahlungen zu Arzneimitteln

In den Medien geistern immer wieder Meldungen herum, die Steuerzahlern Hoffnung machen, dass sie die Zuzahlungen zu medizinischen Behandlungen oder zu Medikamenten steuerlich absetzen können. Das ist nach derzeitiger Rechtslage oftmals jedoch leider ein reines Wunschdenken.

Leisten Sie Zuzahlungen zu medizinisch notwendigen Behandlungen oder müssen Sie Medikamente aus eigener Tasche bezahlen, dürfen diese Ausgaben nach § 33 EStG grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden. Doch das Finanzamt ermittelt hier eine „zumutbare Eigenbelastung“ nach § 33 Abs. 3 EStG. Je nach Höhe der Einkünfte und Ihrem Familienstand müssen Sie erst einmal einen bestimmten Betrag zahlen und nur wenn die selbst getragenen Krankheits- oder Medizinkosten über diesem Betrag liegen, winkt eine Steuerminderung.

Ermittlung der zumutbaren Eigenbelastung bei außergewöhnlicher Belastung

Familien­stand

Jahreseinkünfte in Euro

< 15.340

< 51.130

> 51.130

Ledige

5 %

6 %

7 %

Verheiratete

4 %

5 %

6 %

mit 1 oder 2 Kindern

2 %

3 %

4 %

mit mehr als 2 Kindern

1 %

1 %

2 %

Beispiel

Sie sind verheiratet, haben keine Kinder und Ihre Einkünfte betragen 60.000 Euro. Für Zuzahlungen zu Medikamenten, für Zahnersatz und zu einer Kur entstehen Ihnen eigene Kosten in Höhe von 2.000 Euro. Folge: Die zumutbare Eigenbelastung beträgt 3.600 Euro (Einkünfte 60.000 Euro x 6%). Da Ihre Ausgaben von 3.000 Euro unter dieser zumutbaren Eigenbelastung liegen, steht Ihnen kein Abzug einer außergewöhnlichen Belastung zu.

Tipp:

Es macht jedoch trotzdem Sinn, die selbst getragenen Krankheits- und Medizinkosten in seine Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung einzutragen. Denn zur Frage, ob die zumutbare Eigenbelastung vielleicht verfassungswidrig ist, läuft derzeit ein Musterprozess beim Bundesfinanzhof (Az. VI R 32/13). Sie müssen gegen den nachteiligen Steuerbescheid keinen Einspruch einlegen. Er ist hinsichtlich dieses Musterverfahrens nach § 165 AO vorläufig. Bei einem positiven Richterspruch ändert das Finanzamt den Bescheid dann automatisch und gewährt den Abzug der außergewöhnlichen Belastung ohne zumutbare Eigenbelastung.

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