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Voller Werbungskostenabzug für Arbeitszimmer: Neues Gestaltungsmodell

Voller Werbungskostenabzug für Arbeitszimmer: Neues Gestaltungsmodell

Sie können unter bestimmten Umständen die vollen Arbeitszimmerkosten als Werbungskosten abziehen, selbst wenn das häusliche Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt.

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Handelt es sich bei einem häuslichen Arbeitszimmer nicht um den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung eines Arbeitnehmers, dürfen die Arbeitszimmerkosten nur in Höhe von maximal 1.250 Euro pro Jahr als Werbungskosten abgezogen werden. Es gibt jedoch einen Ausweg, um den vollen Werbungskostenabzug für das häusliche Arbeitszimmer zu retten.

Das Finanzamt muss nach einem Urteilsspruch nämlich den vollen Werbungskostenabzug für ein häusliches Arbeitszimmer gewähren, das nicht den Mittelpunkt der Betätigung darstellt, wenn

  • der Arbeitgeber den Arbeitnehmer arbeitsvertraglich dazu auffordert, sich ein häusliches Arbeitszimmer einzurichten.
  • sich der Arbeitgeber an den Einrichtungskosten für das häusliche Arbeitszimmer beteiligt.
  • der Arbeitnehmer in diesem  Arbeitszimmer zu Hause auch Kunden und Geschäftspartner des Arbeitgebers empfangen soll. 
  • der Arbeitnehmer im Krankheits- oder Urlaubsfall auch einem Kollegen Zutritt zu seinem häuslichen Arbeitszimmer verschaffen muss, damit dieser Kollege dann die Kunden und Geschäftspartner des Arbeitgebers betreuen kann.

Besonders glaubwürdig wäre es natürlich, wenn nachweislich regelmäßig Kunden und Geschäftspartner in diesem häuslichen Arbeitszimmer empfangen wurden oder wenn tatsächlich ein Kollege Urlaubs- oder Krankheitsvertretung in dem häuslichen Arbeitszimmer geleistet hätte (FG Köln, Urteil v. 27.8.2014, Az. 7 K 3561/10).

Können Sie dem Finanzamt nachweisen, dass Sie Ihr häusliches Arbeitszimmer wie beschrieben genutzt haben, dürfen Sie dem Finanzamt die kompletten Kosten für diesen beruflich genutzten Raum zu Hause als Werbungskosten präsentieren.

Tipp

Beachten Sie jedoch: Die Nachweise müssen schon sehr plausibel sein und vor allem nachprüfbar. Falls in der Vergangenheit noch nicht passiert, sollten Sie künftig ein Tagebuch führen und festhalten, wer sich in dem Arbeitszimmer aufgehalten hat. Dieses Tagebuch bewahren Sie auf und legen es im Zweifel dem Finanzamt vor.

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