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Studenten: Wann es Sinn macht, vorweggenommene Werbungskosten zu beantragen?

Studenten: Wann es Sinn macht, vorweggenommene Werbungskosten zu beantragen?

Studenten im Rahmen eines Erststudiums, die keine Einkünfte erzielen, sollten dem Finanzamt ihre Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten präsentieren. Normalerweise kommt bei der Erstausbildung zwar nur ein Sonderausgabenabzug zum Abzug zu. Doch zu diesem Streitthema laufen beim Bundesverfassungsgericht mehrere vielversprechende Musterprozesse.

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Als Student vorweggenommene Werbungskosten beantragen

Nach den Buchstaben des Gesetzes dürfen Studenten die Ausgaben für Ihr Erststudium als Sonderausgaben geltend machen. Der Sonderausgabenabzug ist auf 6.000 Euro pro Jahr begrenzt. Das Blöde am Sonderausgabenabzug: Erzielt ein Student keine steuerpflichtigen Einkünfte, verpuffen die Sonderausgaben steuerlich ungenutzt. Die Ausgaben im Zusammenhang mit einem Erststudium lassen sich jedoch möglicherweise „konservieren“ und mit Jahre später zufließenden Einkünften steuersparend verrechnen.  

Die Verlustverrechnung in der Zukunft ist jedoch ungewiss

Zu dieser Thematik laufen derzeit mehrere Verfahren beim Bundesverfassungsgericht (u.a. BVerfG, Az.  2 BvL 23/14 und Az. 2 BvL 24/15). Studenten ohne Einkünfte, aber mit Ausgaben für Ihr Erststudium, sollten folgendermaßen vorgehen:

  • Gib beim Finanzamt auch ohne Einkünfte freiwillig eine Einkommensteuererklärung ab und trage auf der Rückseite der Anlage N Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit in Höhe der Aufwendungen für Dein Erststudium ein.
  • Beantrage zudem die Festsetzung eines vortragsfähigen Verlustes.
  • Lehnt das Finanzamt ab, musst Du keinen Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einlegen. Der Steuerbescheid ist vorläufig hinsichtlich der Revisionsverfahren. Sobald die Richter zu Deinen Gunsten urteilen, ändert das Finanzamt den Steuerbescheid und stellt Dir zusätzlich einen Verlustfeststellungsbescheid aus, den Du in den folgenden Jahren steuersparend einsetzen kannst.

Darum geht es bei der Beantragung vorweggenommener Werbungskosten

Wie bereits eingangs erwähnt, würden ohne Einkünfte Sonderausgaben steuerlich ungenutzt unter den Tisch fallen. Entstehen dagegen vorweggenommene Werbungskosten, muss das Finanzamt diese Werbungskosten jedes Jahr in einem extra Verlustfeststellungsbescheid festhalten (sog. Verlustvortrag). Sobald der Student dann erstmals steuerpflichtige Einkünfte als Berufsanfänger einnimmt, werden diese früheren Werbungskosten steuersparend mit den erstmaligen Einkünften verrechnet. Es winkt eine Steuerentlastung.

Beispiel

Student Thomas präsentiert dem Finanzamt über vier Jahre hinweg seine Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten in Höhe von 12.000 Euro, weil er in diesen vier Jahren keine Einkünfte erzielt hat. Verdient Thomas im 5. Jahr endlich sein erstes Geld, bringt die Verrechnung der vorweggenommenen Werbungskosten in Höhe von 12.000 Euro bei einem Steuersatz von 30% eine Steuerentlastung von 3.600 Euro. Aufgepasst: Dazu müssen natürlich erst die Richter des Bundesverfassungsgericht grünes Licht für den Abzug vorweggenommener Werbungskosten bezüglich der Ausgaben im Zusammenhang mit einem Erststudium geben. 

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