Zurück zur Übersicht

Altersentlastungsbetrag: Was ist das und wer bekommt ihn?

Altersentlastungsbetrag: Was ist das und wer bekommt ihn?

Der Altersentlastungsbetrag ist ein Steuerfreibetrag, der Steuerpflichtigen gewährt wird, die älter als 64 Jahre sind. Die Bemessungsgrundlage für den Altersentlastungsbetrag ist der Bruttoarbeitslohn zuzüglich Ihrer anderen Einkünfte (ohne Leibrenten und Pensionen). Die tatsächliche Höhe des Altersentlastungsbetrags ergibt sich aus dieser Bemessungsgrundlage und einem Faktor, der abhängig ist vom Kalenderjahr, in dem der Steuerpflichtige das 64. Lebensjahr vollendet.

Steuererklärung einfach machen

Steuererklärung einfach machen

nur 14,99 €

Jetzt bestellen

Wer bekommt den Altersentlastungsbetrag?

Der Altersentlastungsbetrag soll eine gerechtere Besteuerung im Alter gewährleisten. Denn für Versorgungsbezüge, allgemeine Leibrenten und bestimmte Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen gibt es spezielle steuerliche Vergünstigungen, z. B. in Form von Freibeträgen oder ermäßigter Besteuerung. Damit beispielsweise ältere Erwerbstätige nicht schlechter gestellt sind, wurde der Altersentlastungsbetrag eingeführt. Sie erhalten einen Altersentlastungsbetrag für ein bestimmtes Kalenderjahr, wenn Sie vor Beginn des Kalenderjahres das 64. Lebensjahr vollendet haben und folgende Bedingungen erfüllen:

Sie beziehen

  • Arbeitslohn aus einem gegenwärtigen (aktiven) Dienstverhältnis oder haben 
  • andere Einkünfte, die in der Summe positiv sind (Versorgungsbezüge oder Leibrenten, die nur teilweise besteuert werden, gehören nicht dazu) 

Wie hoch ist mein Altersentlastungsbetrag?

Der Prozentsatz und der Höchstbetrag des Altersentlastungsbetrags (AEB) werden für jeden neu hinzukommenden Altersjahrgang abgesenkt. Maßgebend ist das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgende Kalenderjahr.

Der Altersentlastungsbetrag wird in 3 Schritten ermittelt:

  1. jeweiliger Prozentsatz des Arbeitslohns aus einer aktiven Tätigkeit (ohne Versorgungsbezüge) und
  2. jeweiliger Prozentsatz aus der positiven Summe der übrigen Einkünfte (ohne Leibrenten),
  3. Berücksichtigen des max. entsprechenden Höchstbetrags.

Praxis-Beispiel

Sie haben im Jahr 2011 das 64. Lebensjahr vollendet. Ihr Arbeitslohn beträgt 24.000 EUR, davon entfallen 16.000 EUR auf Versorgungsbezüge (Betriebsrente oder Pension). Außerdem haben Sie Einkünfte aus einer freiberuflichen Nebentätigkeit in Höhe von 2.000 EUR und einen Verlust aus Vermietung und Verpachtung von 2.500 EUR. Der Altersentlastungsbetrag beträgt 28,8 Prozent des Arbeitslohns aus dem aktiven Dienstverhältnis (24.000 EUR – 16.000 EUR) 8.000 EUR = 2.304 EUR, höchstens jedoch 1.368 EUR. Die freiberuflichen Einkünfte und die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden für die Berechnung des Altersentlastungsbetrags nicht berücksichtigt, weil ihre Summe negativ ist.

Tipp

Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent und haben Sie Einkünfte aus Kapitalvermögen, die dem Steuerabzug durch Kapitalertragsteuer unterliegen, sollten Sie einen Antrag auf Günstigerprüfung stellen, weil dann zum einen Ihre Kapitaleinkünfte mit dem niedrigeren persönlichen Steuersatz besteuert werden können, und zum anderen der Altersentlastungsbetrag zusätzlich zum Abzug kommen kann, wenn Sie den Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft haben.

Was passiert bei Zusammenveranlagung mit dem Ehepartner?

Im Fall der Zusammenveranlagung (Ehegattensplitting) ist der Altersentlastungsbetrag personenbezogen zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass auch nur die Einkünfte desjenigen als Bemessungsgrundlage herangezogen werden, der die Voraussetzungen für den Altersentlastungsbetrag erfüllt. Eine Verdopplung des Freibetrags erfolgt nicht.

War dieser Artikel hilfreich?16
Jetzt bestellen

Jetzt QuickSteuer 2019 kaufen

  • Einfache Eingabe der persönlichen Daten
  • Automatische Eingabeprüfung und Steuerberechnung
  • Steuererklärung abgeben. Fertig!

ab 14,99 €

Jetzt bestellenWelche Version benötige ich?

Nach oben