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Wie lese ich meinen Steuerbescheid?

Die Steuererklärung ist geschafft, und eines Tages liegt der Steuerbescheid des Finanzamts im Briefkasten. Viele Steuerpflichtige freuen sich jetzt über die Erstattung – und versäumen es, den Steuerbescheid noch einmal anzuschauen. Das ist ein Fehler. Der Bund der Steuerzahler hat berechnet, dass mindestens jeder fünfte Steuerbescheid nicht korrekt ist. Dabei geht es nicht nur um inhaltlich falsche Einschätzungen des Finanzbeamten – auch Zahlendreher oder versehentlich falsch übernommene Lohnsteuerdaten können Sie eine Menge Geld kosten. Wie Sie das vermeiden, indem Sie den Steuerbescheid richtig lesen und die angegebenen Daten prüfen, erfahren Sie hier.

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Wie ist der Steuerbescheid aufgebaut?

Der Aufbau deines Einkommensteuerbescheids ist immer gleich. Auf der ersten Seite findest du alle Angaben zu deiner Person und zu deinem zuständigen Finanzamt (Name, Anschrift, Kontodaten Steueridentifikations-Nr., Anschrift des Finanzamts, etc.); außerdem ist dort auch festgehalten, um welche Steuerart (in deinem Fall Lohn- bzw. Einkommensteuer) und welches Steuerjahr es sich handelt, wie hoch das zu versteuernde Einkommen nach Ansicht des Finanzamts ist, und wie viel davon bereits beglichen wurde. Wenn dem Finanzamt bereits mehr Lohnsteuer überwiesen wurde als ihm zusteht, erkennst du das meist an dem Satz „mithin sind zu viel entrichtet“.

Auf der zweiten Seite Ihres Steuerbescheids findest du dann unter dem Punkt „Besteuerungsgrundlagen“ eine detailliertere Berechnung deines zu versteuernden Einkommens. Hier sind alle Einnahmen (Bruttoarbeitslohn etc.) und Ausgaben (Werbungskosten, Entfernungspauschale, Aufwendungen für Arbeitsmittel etc.) aufgeführt, die das Finanzamt anerkannt hat und die in die Berechnung Ihrer Einkommensteuer eingeflossen sind. Dort kannst du auf den ersten Blick erkennen, ob das Finanzamt alle von dir in der Steuererklärung angesetzten Kosten auch im Steuerbescheid berücksichtigt hat. Sollte das nicht der Fall sein, solltest du den dritten Teil des Steuerbescheids genauer ansehen. 

In diesem dritten Teil, den „Erläuterungen“, erklärt bzw. begründet das Finanzamt seine Entscheidung. Dort findest du – mehr oder weniger verständlich bzw. detailliert -, welche Ausgaben, Ansätze oder Pauschbeträge nicht anerkannt wurden und warum. Außerdem findest du dort auch eine Rechtsbehelfsbelehrung, wann und wie du gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen kannst. Gegen die Vorläufigkeit deines Steuerbescheids (oder die Vorläufigkeit einiger Punkte) musst du keinen Einspruch einlegen. Die Vorläufigkeit des Steuerbescheids besagt lediglich, dass zu einem bestimmten Sachverhalt, von dem auch deine Steuererklärung betroffen ist, ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH), Bundesverfassungsgericht (BVerfG) oder Europäischen Gerichtshof (EuGH) läuft. Sollte das Urteil zu deinen Gunsten ausfallen, ändert das Finanzamt automatisch den Bescheid und erstattet dir Steuern; fällt es zugunsten des Fiskus aus, wird der bestehende Steuerbescheid rechtskräftig.

Checkliste für den Steuerbescheid: Das solltest du prüfen!

Grundsätzlich gilt: Steuerbescheide sind nicht in Stein gemeißelt. Da auch das Finanzamt Fehler macht – inhaltliche, aber auch formale – solltest du den Steuerbescheid genau lesen, die Angaben prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Bei inhaltlich strittigen Entscheidungen musst du in der Regel Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen. Zahlendreher, Rechenfehler oder falsche Angaben zu deiner Person bzw. deinem Lohnsteuerabzugsmerkmalen kannst du meist mit einem Berichtigungsantrag vergleichsweise unkompliziert korrigieren. Die folgende Checkliste zeigt dir häufige Fehlerquellen und gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem Steuerbescheid:

  • Prüfe die allgemeinen persönlichen Daten (v.a. Bankverbindung und Steuerabzugsmerkmale). 
  • Sind alle Freibeträge (z.B. für Kinder) enthalten?
  • Wurde der „Gesamtbetrag der Einkünfte“ (Summe aller Einnahmen minus Werbungskosten) richtig berechnet?
  • Wurden die Werbungskosten (und ihre evtl. gemachten anderen abzugsfähigen Kosten) richtig addiert?
  • Hat das Finanzamt mögliche Außergewöhnliche Belastungen (z.B. Krankheitskosten) in der beantragten Höhe anerkannt? Falls nicht, schaue dir die Begründung an. Vergleichst du diese ggfs. mit deinen Belegen und/oder Steuerbescheiden aus den Vorjahren (Tipp: Immer Kopien von Belegen machen und alte Steuerbescheide aufheben!). Solltest du anderer Meinung sein als das Finanzamt, kannst du jederzeit Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen.
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