Zurück zur Übersicht

Steuertipps für Arbeitnehmer: Nutzen Sie den Spielraum bei den Werbungskosten

Steuertipps Werbekosten Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer hast du zahlreiche Möglichkeiten deine Steuerlast gezielt zu mindern und auf diese Weise eine hübsche Steuererstattung einzustreichen. Wir haben die Top-3 der effektivsten Steuertipps für Arbeitnehmer für dich zusammengestellt.

Private & gewerbliche Steuererklärung mit einer Software

Private & gewerbliche Steuererklärung mit einer Software

nur 29,23 €

Jetzt bestellen

Steuertipp 1: Gestaltungsmöglichkeiten bei der „ersten Tätigkeitsstätte“

Der Arbeitgeber kann eine sogenannte erste Tätigkeitsstätte festlegen, an der ein Arbeitnehmer mindestens einen Tag im Monat tätig sein muss. Fahrten zu anderen Einsatzorten und Filialen finden dann im Rahmen einer „beruflichen Auswärtstätigkeit“ statt. Diese Regelung bietet enormes Gestaltungspotenzial, wie das folgende Praxisbeispiel verdeutlicht:

Frau Müller ist als stellvertretende Filialleiterin in Supermarkt-Filiale A eingesetzt (die Entfernung von ihrem Wohnort beträgt ca. 20 km; sie arbeitet dort ca. 215 Arbeitstage pro Jahr). Einmal pro Monat muss Frau Müller aber auch in Filiale B aushelfen (Entfernung von ihrem Wohnort 10 km; Arbeitstage 12). Bisher wurde Frau Müller Filiale A als erste Tätigkeitsstätte zugeordnet. Steuertipp: Frau Müller bittet Ihren Chef darum, Filiale B als erste Tätigkeitsstätte festzulegen. Die erheblichen, positiven Auswirkungen dieser legalen Gestaltungsmöglichkeit auf die Entfernungspauschale und damit auf die anrechenbaren Werbungskosten zeigt die folgende Vergleichsrechnung:

 

Filiale A ist erste Tätigkeitsstätte

Filiale B ist erste Tätigkeitsstätte

Werbungskosten für Fahrten zur Filiale A

1.290 EUR (215 Tage x 20 km x 0,30 EUR/km; Entfernungspauschale)

2.580 EUR (215 Tage x 20 km x 2 x 0,30 EUR/km; Auswärtstätigkeit)

Werbungskosten für Fahrten zur Filiale B

72 Euro (12 Tage x 10 km x 2 x 0,30 EUR/km; Auswärtstätigkeit)

36 Euro (12 Tage x 10 km x 0,30 EUR/km; Entfernungspauschale)

Werbungskosten gesamt

1.362 EUR

2.616 EUR

Steuertipp 2: Berufskrankheit feststellen lassen

Hast du gesundheitliche Schwierigkeiten und bezahlst aus eigener Tasche bestimmte Behandlungsmethoden oder Medikamente? Dann darfst du diese Kosten normalerweise als außergewöhnliche Belastung abziehen. Doch sehr häufig ist die vom Finanzamt ermittelte sogenannte „zumutbare Eigenbelastung“ zu hoch, als dass du steuerlich von dieser Regelung noch profitieren könnten. Steuertipp: hängt deine Erkrankung mit deinem Beruf zusammen, solltest du dies von einem Amtsarzt bestätigen lassen (z.B. Sehnenentzündung am Arm durch Computerarbeit, Zahnersatz wegen Mehlstauballergie eines Bäckers). Dann sind die selbst getragenen Behandlungskosten und Kosten für Medikamente nämlich zu 100 Prozent als Werbungskosten abziehbar. Beispiel: Du arbeitest den ganzen Tag am Computer und haben deshalb seit Jahren eine chronische Sehnenentzündung im Arm. Du zahlst für Zusatzbehandlungen beim Heilpraktiker 2.500 EUR aus eigener Tasche für die Linderung der Beschwerden. Mit der Einordnung der Beschwerden als Berufskrankheit durch einen Amtsarzt kannst du die Kosten vollständig als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Steuertipp 3: Fortbildungen und Lerntreffen steuerlich absetzen

Das Thema Fortbildung hat bei vielen deutschen Arbeitnehmern einen hohen Stellenwert. Und dafür gibt es neben der Weiterbildung auch gute steuerliche Gründe. Denn das Finanzamt akzeptiert sämtliche Lehrgangs-, Seminar- oder Weiterbildungskosten, die der Arbeitnehmer selbst bezahlt, als Werbungskosten. Was viele Steuerzahler aber nicht wissen:  Nicht nur die Lehrgänge selbst, auch die Fahrtkosten zu Lerntreffen kannst du dem Finanzamt als steuersparende Werbungskosten präsentieren. Wenn du dich mit Lehrgangsteilnehmern triffst, um das Gelernte zu wiederholen oder zu vertiefen, darfst du bei Nutzung eines Pkws 30 Cent je Kilometer für die Hin- und Rückfahrt als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Beispiel: Du nimmst an einem Kurs zum Techniker teil. Darüber hinaus triffst du dich mit Kollegen zu gemeinsamen Lernnachmittagen und Lernwochenenden. Du fährst dazu 14 Mal zu einem Kollegen, der 110 km entfernt wohnt. Steuertipp: Für diese 14 Lerntreffen kannst du dem Finanzamt Werbungskosten in Höhe von 924 EUR präsentieren (110 km x 2 x 14 Fahrten x 0,30 EUR/km). Wenn du dabei außerdem länger als 8 Stunden von Zuhause abwesend bist, winkt zusätzlich ein Werbungskostenabzug für jeweils 14 EUR (Verpflegungspauschale).

Tipp: Damit das Finanzamt die Fahrtkosten zu Lerntreffen als Werbungskosten zum Abzug zulässt, müssen folgende Nachweise geführt werden:

  • Aufzeichnungen über den Stoff, der an den jeweiligen Tagen gelernt wurde. Private Aktivitäten sind zwar erlaubt, dürfen aber nicht mehr als 10 Prozent des Lerntreffens ausmachen.
  • Nachweise, dass du die Strecke tatsächlich zurückgelegt haben (z.B. Tankbelege, Zugticket etc.).
War dieser Artikel hilfreich?16
Jetzt bestellen

Einfacher geht's nicht

  • Schritt für Schritt durch die Steuererklärung
  • Automatische Eingabeprüfung und Steuerberechnung
  • Steuererklärung abgeben. Fertig!

ab 14,99 €

Jetzt bestellenWelche Version benötige ich?

Nach oben