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Ehegatten: Wahl der optimalen Lohnsteuerklasse

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Steuerklasse bestimmt den Lohnsteuerabzug

Wichtig zu wissen: Die Steuerklasse eines Arbeitnehmers entscheidet darüber, ob der Arbeitgeber viel oder wenig Lohnsteuer vom Arbeitslohn einbehält und ans Finanzamt abführt. Wie viel Steuern Ehegatten für das Steuerjahr zahlen müssen, wird dann durch Abgabe einer Einkommensteuererklärung für das betreffende Jahr ermittelt.

Praxis-Tipp: Die folgenden Ausführungen zur Lohnsteuerklasse für Ehegatten gelten 1 : 1 auch für gleichgeschlechtliche Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (§ 2 Abs. 8 EStG).

Verheiratete: Steuerklasse kann beliebig oft im Jahr geändert werden

Seit dem Steuerjahr 2020 dürfen Ehegatten die Lohnsteuerklasse beliebig oft wechseln. In der Vergangenheit war nur ein Wechsel pro Jahr erlaubt.

Soll die Steuerklasse geändert werden, muss der amtliche Vordruck „Antrag auf Lohnsteuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ beim zuständigen Finanzamt eingereicht werden. Der Vordruck muss von beiden Ehegatten unterschrieben werden.

Steuerliche Auswirkung der Lohnsteuerklasse IV/IV

Entscheiden sich Ehegatten für die Lohnsteuerklassen- Kombination IV/IV, entspricht das einem Lohnsteuerabzug wie bei einem Ledigen. Lohnsteuerklasse IV/IV ist immer dann zu empfehlen, wenn beide Ehegatten in etwa dasselbe verdienen. Diese Steuerklasse eignet sich auf für Ehegatten, die kein Interesse daran haben, nach Ablauf des Steuerjahrs eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Bei der Steuerklasse IV/IV ist ein Ehepaar nicht zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet. Bei den anderen Lohnsteuerklassen schon.

Praxis-Tipp: Möchten gleichgeschlechtliche Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft nicht, dass der Arbeitgeber durch die Steuerklasse IV/IV erfährt, dass sie verpartnert sind und dadurch Rückschlüsse auf ihre Homosexualität gezogen werden können, dürfen sie ausnahmsweise beim Finanzamt die Steuerklasse I für Ledige beantragen.

Steuerliche Auswirkung der Lohnsteuerklasse III/V

Bei der Steuerklassenkombination III/V wird dem besser verdienenden Partner mit Lohnsteuerklasse III weniger Lohnsteuer abgezogen und dem schlechter verdienenden Partner mit Lohnsteuerklasse V dafür eine sehr hohe Lohnsteuer. Insgesamt ergibt sich allerdings eine geringere Steuerbelastung als bei Lohnsteuerklasse IV/IV. Die Steuerklassen-Kombi III/V führt steuerlich immer dann zum optimalsten Ergebnis, wenn der besser verdienende Ehepartner in etwa 60% des gemeinsamen Arbeitslohns bezieht. Bei dieser Steuerklasse sind die Ehegatten nach Ablauf des Steuerjahrs zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.

Wenn schon heute klar ist, dass ein Ehegatte im Jahr sein Dienstverhältnis beenden und Arbeitslosen- oder Krankengeld beziehen wird, kann die Steuerklasse III/V ausnahmsweise auch unlogisch gewählt werden. Wird dem schlechter verdienenden Ehegatten die Steuerklasse III zugeordnet, erhält er mehr Arbeitslosengeld, weil sich dieses nach dem Nettogehalt richtet. Ein vor Jahresbeginn durchgeführter Lohnsteuerklassenwechsel wird von der Agentur für Arbeit grundsätzlich anerkannt.

Steuerliche Auswirkung der Lohnsteuerklasse IV/IV mit Faktor

Wählen Eheleute die Lohnsteuerklasse IV/IV mit Faktor, erhält jeder Ehegatte das Nettogehalt, das ihm tatsächlich zu steht. Das Manko der Steuerkasse III/V, bei der der besser verdienende Ehepartner wegen der geringeren Steuerabzüge ein hohes Nettogehalt und der andere Partner wegen der höheren Abzüge ein nur niedriges Nettogehalt zum gemeinsamen Einkommen beisteuert, gibt es beim Faktorverfahren nicht. Das Finanzamt ermittelt für jeden Ehegatten seine individuellen Steuerabzüge. 

Praxis-Tipp: Planst du den Wechsel der Lohnsteuerklasse, solltest du gleich noch prüfen, ob nicht auch ein Lohnsteuerfreibetrag für voraussichtliche Steuerausgaben im Lohnsteuerermäßigungsverfahren beantragt werden soll. Die Steuerprogramme TAXMAN und QuickSteuer bieten dazu ausführliche Tipps und eine Ausfüllhilfe für den Lohnsteuerermäßigungsantrag. 

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